Achtsame Selbstführung

Achtsame Selbstführung bedeutet, das eigene Erleben bewusst wahrzunehmen und sich auch unter Belastung an den eigenen Werten orientieren zu können. Es geht um die Fähigkeit, Stress früh zu erkennen, das Nervensystem zu regulieren und Entscheidungen nicht aus automatischen Reaktionsmustern heraus zu treffen, sondern aus innerer Klarheit.

Das Konzept verbindet Achtsamkeit im Sinne Jon Kabat-Zinns – die nicht-wertende Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments – mit der Idee der Selbstführung aus der Führungspsychologie: der bewussten Steuerung des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns.

Wesentliche Elemente sind:

Ziel ist nicht, unter allen Umständen zu funktionieren, sondern eine verlässliche innere Steuerung aufzubauen, die auch in Krisen trägt.

„Achtsame Selbstführung” ist kein fest definierter Fachbegriff, sondern verbindet zwei etablierte Konzepte:

Achtsamkeit stammt aus der buddhistischen Tradition und bezeichnet die bewusste, nicht-wertende Lenkung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment (Kabat-Zinn, 1990).

Selbstführung kommt aus der Führungspsychologie und beschreibt den Prozess, sich selbst zielgerichtet und verantwortungsvoll zu steuern (Neck & Houghton, 2006).

Achtsamkeit
Kabat-Zinn, J. (1990). Full catastrophe living. Delacorte.
Kabat-Zinn, J. (2023). Achtsamkeit für Anfänger. Arbor Verlag.

Selbstmitgefühl
Gilbert, P. & Choden (2020). Achtsames Mitgefühl. Arbor Verlag.
Neff, K. (2012). Selbstmitgefühl. Kailash Verlag.

Selbstregulation
Stegmüller, V. (2022). Gefühle surfen. Wissen & Leben Verlag.
David, S. (2020). Emotionale Beweglichkeit. Unimedica Verlag.
Neck, C. P., & Houghton, J. D. (2006). Two decades of self-leadership theory and research. Journal of Managerial Psychology, 21(4), 270–295.

ACHTSAME SELBSTFÜHRUNG
IN MEINER PRAXIS

Achtsame Selbstführung ist das Kernelement meiner therapeutischen und beraterischen Arbeit. In allen Angeboten geht es darum, effektive Selbstregulation zu entwickeln, Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen und sich von alten Reaktionsmustern zu lösen – um mehr Entscheidungsfreiheit und Handlungsspielraum zu gewinnen.

Ich arbeite dabei auf vier Ebenen:

Kognitiv

Psychoedukation zu Stressentstehung, neuropsychologischen Phänomenen (z. B. Amygdala-Hijacking) und dem autonomen Nervensystem – damit Klient:innen ihr Erleben verstehen und einordnen können.

Emotional

Entwicklung einer achtsamen Selbstwahrnehmung und einer selbstmitfühlenden inneren Haltung, um auch mit schwierigen Gefühlen nachhaltig umgehen zu können.

Körperlich

Vermittlung von Embodiment-Übungen zur Regulation des Nervensystems, damit der präfrontale Kortex wieder steuerungsfähig wird und alle Ressourcen für bewusste Entscheidungen zur Verfügung stehen.

Handelnd

Aufbau eines Wertekompasses, an dem auch schwierige Entscheidungen ausgerichtet werden können.

So kommen Klient:innen von automatischen Reiz-Reaktions-Mustern zu bewussten, wertebasierten Handlungen.

Achtsame Selbstführung als Grundlage

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